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Berlin. Sachsens Bauern mussten im abgelaufenen Wirtschaftsjahr
Einkommeneinbußen von bis zu 16 Prozent hinnehmen. Nach
den Worten von Landwirtschaftsminister Steffen Flath (CDU) spiegeln sich
darin noch die Auswirkungen der Flut von vor zwei Jahren und der Dürre im
darauffolgenden Jahr wider. Wegen der kürzlich beschlossenen Agrarreform und
Kürzungen im Bundesagrarhaushalt sieht Flath weitere Einkommenseinschnitte auf
die Landwirte zukommen. Dennoch blickt der Agrarminister optimistisch in die
Zukunft. "In so einer Situation ist Unternehmertum gefragt", sagte Flath bei der
Vorstellung des Agrarberichtes 2003 in Struppen bei Pirna. Mit rund 48
Prozent Produktivitätszuwachs seit 1995 und aufgrund einer vielfältig
ausgerichteten Unternehmensstruktur sei Sachsens Agrarwirtschaft gut gerüstet. Laut dem Agrarbericht sanken in allen Rechts- und Betriebsformen die Einkommen. Bei den Personengesellschaften (z. B. Gesellschaft bürgerlichen Rechtes) ging der Gewinn je Arbeitskraft um 12,6 Prozent auf 22.716 Euro zurück. Agrargenossenschaften (juristische Personen) erlitten einen Gewinnrückgang von 15,6 Prozent auf 20.393 Euro. Einzelbetriebe (Haupterwerbsbetriebe) hatten einen Einkommensrückgang um 16,4 Prozent auf 19.607 Euro zu beklagen. Die höchsten Verluste hatten reine Ackerbaubetriebe, die jedoch - absolut betrachtet - immer noch über die besten Einkommen verfügen. In Sachsen bewirtschafteten 6.564 Betriebe 913.500 Hektar Land, davon waren 723.000 Ackerland und 184.000 Hektar Grünland. Die Zahl der Höfe sank gegenüber dem Vorjahr um 57, wobei die durchschnittliche Betriebsgröße mit 138 Hektar nahezu konstant blieb. Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche kletterte um 8,8 Prozent auf 20.342 Hektar, die Zahl der Öko-Betriebe sogar um 9,4 Prozent auf 278. Wie aus dem Agrarbericht weiter hervorgeht, sank der Rinderbestand im letzten Jahr um zwei Prozent auf rund 512.000 Tiere. Der Abbau bei den Rindern lässt sich vor allem auf einen weiteren Anstieg in der Milchleistung um 244 Kilogramm - auf eine bundesweite Spitzenstellung von durchschnittlich 8.034 Kilogramm je Kuh und Jahr - zurückführen. Aufgrund der Milchquote, die die jährlich erlaubte Milchmenge begrenzt, mussten im Gegenzug die Bestände abgebaut werden. Hingegen konnte sich der Schweinebestand mit einem Plus von 1,6 Prozent auf rund 640.000 Tiere wieder leicht erholen. Die Speisefischerzeugung sank gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozent auf 2.866 Tonnen. Grund war die extrem trockene Witterung. Wegen Wassermangel mussten die Teiche früher abgefischt werden. Im vergangenen Jahr waren 42.745 Personen in der Landwirtschaft beschäftigt. Damit stieg die Zahl der Beschäftigten, erstmals seit Anfang der 90 er Jahre um rund 1.000. Gleichzeitig ging aber der Anteil der Vollbeschäftigten weiter zurück. Im Vergleich zu 1999 waren über 3.000 Personen weniger vollbeschäftigt. (26.7.04) |
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