Getreide

Flath: Wachsen oder Weichen

Dresden. Sachsens Agrarminister Steffen Flath (CDU) erwartet durch die Pläne der Bundesregierung zur Umsetzung der EU-Agrarreform eine weitere Leistungssteigerung bei Milchkühen. "Der Trend zu immer weniger Kühen, die immer mehr Milch geben, wird sich verstärken", kommentierte der Minister die heutige Meldung des Statistischen Landesamtes aus Kamenz. Flath zufolge werden die Senkung des Interventionspreises für Magermilch und Butter sowie die von der Bundesregierung geplante deutschlandweit einheitliche Flächenprämie die Erlössituation für Milchbauern drastisch verschlechtern. "Den Bauern bleibt nur die Wahl zwischen Wachsen oder Weichen", so Flath. Zusätzlich verschärft werde die Situation durch die Preisdumpingpolitik des Lebensmitteleinzelhandels.

Die Betriebszweiganalysen der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft zeigen, das die Mehrzahl der sächsischen Milchviehbetriebe noch keine nachhaltige Wirtschaftlichkeit erreicht hat. Modellrechnungen zufolge wird sich das Betriebsergebnis in spezialisierten Milchviehbetrieben durch die Umsetzung der EU-Agrarreform um 65 bis 100 Euro je Hektar Landwirtschaftsfläche verschlechtern. Eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation kann nur noch durch Steigerung der Milchleistung und -qualität, Kostensenkung und weiteren Rationalisierungsmaßnahmen erreicht werden, so die Landesanstalt.

(28.4.04)

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