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Dresden. Vor einer Schädlingsinvasion im sächsischen Wald hat Umwelt- und
Landwirtschaftsminister Steffen Flath (CDU) gewarnt. Sollte das Frühjahr wieder
warm und trocken werden, sei mit einem massenhaften Anstieg der Borkenkäfer-
und Nonnenpopulation zu rechnen. "Die Lage ist äußerst prekär", sagte der
Minister. Überall dort, wo es in
Sachsen Fichtenwälder gibt, ist die Gefahr eines Befalls vorhanden. So wurde seit Juni 2003 bereits an über 10.000 Stellen ein Käferbefall registriert, sowohl an einzelnen Bäumen als auch an Gruppen von mehreren hundert Bäumen. Besonders betroffen sind die Wälder des Vogtlandes, des sächsischen Hügellandes und des Unteren Erzgebirges. Bis Ende Januar fielen dem Borkenkäfer rund 93.100 Kubikmeter Holz zum Opfer. "Diese Zahl liegt deutlich über dem Maximum der letzten 13 Jahre und im Vergleich zum Vorjahr ist das sogar die 54-fache Menge", so Flath. Der Minister appellierte an alle Waldbesitzer, weiter ein wachsames Auge zu haben und alle Flächen regelmäßig zu kontrollieren. "Nur wenn alle Mitziehen, besteht eine Chance, das Problem einzudämmen". Ärger machen aber nicht nur die Borkenkäferarten wie Buchdrucker, Kupferstecher und Lärchenborkenkäfer. Auch die Raupen der Nonne, einer Schmetterlingsart, richten in den kieferdominierten Wäldern im Nordosten von Sachsen große Schäden an. Ursache für die explosionsartige Vermehrung aller Forstschädlinge war der vergangene trockene Sommer. Noch befinden sich alle Schädlinge im Winterschlaf, sobald die Temperaturen steigen, schwärmen die Käfer aus. Eine genaue Prognose, was den Wald ab etwa April erwartet, ist nicht möglich. Seit dem Spätsommer 2003 läuft durch die Forstverwaltung ein Bekämpfungsprogramm. Bisher konnten 91 Prozent des vom Borkenkäfer befallenen Holzes in den Forstämtern aufgearbeitet werden. Rund 8.100 Kubikmeter Holz müssen in den nächsten Wochen noch beseitigt werden. Für Bäume, die vom Borkenkäfer befallen sind, besteht keine Rettungschance. Diese müssen so schnell wie möglich gefällt und aus dem Wald gebracht werden. Um größere Käfervermehrungen zu verhindern, ist es notwendig, eine "saubere Waldbewirtschaftung" zu betreiben. Das heißt, frisches Wurf- und Bruchholz sowie geerntetes Holz muss schnellstmöglich aus dem Wald, damit kein bruttaugliches Material für die Schädlinge vorhanden ist, wenn sie ab April ausschwärmen. Gegen die Nonne kommen auf einer Fläche von 10.000 Hektar chemische Mittel zum Einsatz. Dazu gibt es keine Alternative. Die Unteren Forstbehörden bieten allen Waldbesitzern eine fachkundige Beratung dazu an. Entsprechende Maßnahmen werden vom Freistaat finanziell gefördert. Ausgenommen von der chemischen Behandlung sind Waldgebiete z.B. in der Schutzzone I im Biosphärenreservat sowie besonders sensible Flächen in FFH-und Vogelschutzgebieten. Sachsen steht mit dem Problem der Waldschädlinge nach dem heißen Sommer in Deutschland nicht allein. Vor allem die waldreichen südlichen Länder vermelden einen sehr hohen Befall durch den Borkenkäfer. (25.3.04) |
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