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Dresden. Der Vorstand des Verbands Deutscher Landwirte (VDL) in Sachsen hat Kritik geübt am Änderungsantrag 2004 zum Entwicklungsplan
für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen (2000-2006).
Das sächsische Agrarministerium plane die bisherige erste Zuwendungsvoraussetzung im Ökologischen Landbau
zu streichen, nach der jeder Landwirt, der nach den Regeln des Programms
Ökologischer Landbau wirtschaftet, zwingend Mitglied in einem vom Freistaat
Sachsen anerkannten Erzeugerverband sein muss.
Damit solle offensichtlich der ökologische Landbau für Sachsens Großbetriebe
geöffnet werden, mutmaßt der VDL.
Die strengen Regeln der Öko-Verbände würden damit unterlaufen, so der VDL-Vorstand. Es
werd eine Zwei-Klassen-Landwirtschaft in der Öko-Szene geschaffen.
Außerdem solle die Umstellungsprämie ab dem zweiten bzw. dritten Jahr im Teilprogramm "Umweltgerechter Ackerbau'" erhöht werden. Der VDL sieht das nicht als notwendig an und auch nicht als fair gegenüber den alteingesessenen Ökobetrieben, die über ein Jahrzehnt mit geringeren Einstiegsprämien zurecht kommen mussten. Eine Erhöhung der Umstellungsprämien im Ackerbau würde Großerzeuger als Trittbrettfahrer mit ins Öko-Boot holen, die mit ihren Produktmengen den Markt überschwemmen und die Preise noch mehr aus dem Ruder laufen lassen, so die Befürchtung des VDL. Die Öko-Betriebe erzielten schon jetzt beim Getreideabsatz kaum auskömmliche Preise. Negativ betroffen wären dabei insbesondere die flächenarmen alteingesessenen Ökobetriebe, die den Markt erst aufgebaut haben und nun durch sinkende Preise ruiniert werden würden. Die Mitnahmeeffekte durch Großbetriebe würden zudem dem Ruf der Öko-Branche schädigen. Die Streichung des Zwangs zur Verbandsmitgliedschaft in einem Öko-Verband lehnt der VDL daher ab. Wenn etwas dem Öko-Image schadet, so seien es die bekannten Skandale durch die Verletzung der Erzeugerrichtlinien. Kein Öko-Bauer würde seine eigene wirtschaftliche Existenz leichtfertig aufs Spiel setzen. Die Verbandskotrolle als eine Art sozialer Kontrolle in den eigenen Reihen, wird von unabhängigen Kontrollstellen durchgeführt. Wer hier bisher ausscherte, wurde aus dem Verband ausgeschlossen und ging auch der Ökoprämien verlustig. Die Verbandsmitgliedschaft und -kontrolle war bisher das wichtigste Instrument, eine saubere Produktion sicherzustellen. Der VDL erwartet, dass das sächsische landwirtschaftsministerium die geplanten Änderungen wieder einkassiert. (10.2.04) |
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