Getreide

Der Dorfentwicklung geht das Geld aus

Nimbschen. Die Gelder für Sachsens Dorfentwicklungsprogramm sind am Ende. Angesichts der Antragsflut seien die noch bis 2006 verbleibenden Fördermittel von etwas über 300 Millionen Euro weitgehend ausgeschöpft, sagte Landwirtschaftsminister Steffen Flath (CDU) am Donnerstag auf den Sächsischen Dorftagen in Kloster Nimbschen. Das Land setze daher neue Prioritäten bei der Fördermittelvergabe.

"Wir fördern lediglich noch Maßnahmen, mit denen Arbeitsplätze geschaffen werden und die der Abwanderung aus dem ländlichem Raum entgegengewirken", sagte Flath. In erste Linie seien dies Umnutzungen ländlicher Bausubstanz zu Gewerbe oder zu Wohnzwecken und der Erwerb von Gebäuden für junge Familien. Förderanträge von Privatpersonen zur Fassadensanierung würden nicht mehr angenommen. Gleichzeitig forderte Flath die EU auf, auch nach 2006 Fördermöglichkeiten für die Dorfentwicklung zu schaffen. Vor diesem Hintergrund ernannte Flath 39 Ortschaften zu Programmdörfern, die in den kommenden Jahren bevorzugt unterstützt werden.

"Wir sind Opfer unseres eigenen Erfolges geworden", begründete Flath die neuen Schwerpunkte in der Förderung. So flossen in Sachsens Dörfer seit 1992 rund 1,7 Milliarden Euro Fördermittel aus dem Dorfentwicklungsprogramm. Die Gesamtinvestitionen beliefen sich auf rund 3,5 Milliarden Euro. Durch das Dorfentwicklungsprogramm des Freistaates wurden unter anderem 1700 Arbeitsplätze geschaffen, 1200 Kilometer Straßen gebaut, 650 Kilometer Abwasserkanäle verlegt, 3450 leerstehende Gebäude für 600 Gewerbebetrieb und 2400 Familien saniert und 2500 Gästebetten geschaffen.

Für die Aufnahme ins Dorfentwicklungsprogramm hatten sich in diesem Jahr 157 Orte beworben. Derzeit werden 450 Dörfer mit dem Förderprogramm unterstützt.

(13.06.03)

[Aktuell] [Programm] [Vorstand] [Mitmachen] [Links] [Startseite]