Getreide

Spargel als Einkommensalternative

Großerkmannsdorf. "Jeder zweite in Sachsen gegessene Spargel kommt direkt von heimischen Feldern", sagte Landwirtschaftsminister Steffen Flath (CDU) bei der offiziellen Eröffnung der Spargelsaison in Großerkmannsdorf (Kreis Kamenz). "Das heißt aber auch", so Flath weiter, "der Markt verträgt noch mehr sächsischen Spargel." Der Minister empfahl den Landwirten, sich mit dem Spargelanbau eine weitere Einkommensquelle zu erschließen.

Derzeit bauen in Sachsen 23 landwirtschaftliche Betriebe auf 345 Hektar Spargel an. Eine Erweiterung auf 500 Hektar ist laut Flath durchaus realistisch. Aufgrund neuer Anbauverfahren und Sorten böten auch Regionen außerhalb des klimatisch begünstigen Elbtals in Sachsen gute Bedingungen für den wirtschaftlichen Anbau des Edelgemüses.

Großteil wird direkt vermarktet

Der überwiegende Teil des sächsischen Spargels wird direkt vermarktet. "Morgens gestochen und mittags frisch auf dem Tisch - kurze Wege sind beim Spargel ein Garant für Frische und Qualität", betonte der Minister. Bei kaum einem anderen Gemüse würden sich regionale Kreisläufe so unmittelbar auf Geschmacks- und Nährstoffe auswirken wie beim Spargel.

Obwohl der Spargelanbau in Sachsen eine lange Tradition hat, führte er zumeist ein Nischendasein. Spargel war kein Volksnahrungsmittel, er blieb lange Zeit den Reichen als Leckerbissen vorbehalten. Aus dieser Zeit stammt auch der Beiname "königliches Gemüse". In Sachsen betrug die Anbaufläche 1995 lediglich 80 Hektar. Mittlerweile hat sich der Spargel in der sächsischen Gemüseliga weit nach vorn gearbeitet und belegt nach Erbse und Spinat Platz drei. Nach wie vor ist der Spargelanbau nicht ganz einfach und vor allem zur Ernte, Ende April bis zum 24. Juni, werden viele Arbeitskräfte benötigt. Das Anlegen neuer Felder ist zudem kapitalintensiv.

(08.05.03)

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