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Köln. Die Geflügelpest ist für den Menschen gefährlicher als bisher angenommen. "Das Virus überträgt sich vor allem durch den Kot der infizierten Tiere, aber auch durch die Luft", sagte Ortwin Adams vom Institut für Virologie der Universität Düsseldorf dem Fernsehsender "RTL". Weil auch Wildvögel die Seuche übertrügen, lasse sie sich kaum eindämmen. "Auch der Mensch kommt als Überträger des Virus in Frage", sagte der Virologe Professor Herbert Pfister, Direktor des Virologischen Instituts Köln, im RTL-Interview. Die Ansteckung erfolge hier durch Tröpfcheninfektion. In den Niederlanden starb ein Tierarzt an den Folgen einer Geflügelpest-Infektion. Inzwischen hat sich offenbar auch seine Frau angesteckt. Das Geflügepestvirus H7N7 hatte sich in seiner Lunge ausgebreitet, obwohl er nur kurz erkrankte Tiere behandelt hatte. Ein schwerer Krankheitsverlauf mit Lungenentzündung ist nach Ansicht der Experten zwar die Ausnahme, kann aber nie ausgeschlossen werden. Häufiger löst das Virus eine Bindehautentzündung aus. Sie ist zwar heilbar, es können aber Schäden an der Hornhaut zurückbleiben. Auch Fieber und Husten sind Anzeichen dieser Virusinfektion. Wer bereits mit einem anderen Erreger infiziert ist, ist nach Ansicht der Experten besonders gefährdet. Ein geschwächtes Immunsystem, wie das von Kindern und alten Menschen, sei anfälliger für das Virus. Weil Laien nicht feststellen können, ob es sich um eine normale Erkältung, oder aber um eine gefährliche Virusinfektion handelt, sollten Betroffene auf jeden Fall zum Arzt gehen. Nach Professor Pfister ist es auch möglich, dass sich das Virus so verändert hat, dass es für Menschen gefährlicher ist, als bislang bekannt. Beispielsweise hatte 1997 eine Vogelgrippe in Asien sechs Menschen das Leben gekostet. Die Produktion eines Impfstoffes gegen die neue Form dauerer mehrere Wochen. Der Verzehr von gekochtem oder gebratenem Geflügelfleisch sei laut Professor Pfister ungefährlich. Das Virus sei unschädlich, genau wie bei gekochten Eiern. Doch ein rohes Ei könne durchaus infiziert sein. Eine Behandlung sollte nach ersten Krankheitsanzeichen sofort durch die Einnahme von Grippe-Medikamenten beginnen. Robert-Koch-Institut beschwichtigtDas Risiko, sich mit dem Geflügelpestvirus durch erkranktes Geflügel zu infizieren, ist für Menschen sehr gering, erklärte unterdessen das Robert-Koch-Institut. In den Niederlanden waren nach neuesten Zahlen über 80 Menschen nach einer Infektion mit dem aus erkranktem Geflügel stammenden Influenza-A-Virus an Bindehautentzündungen oder in einzelnen Fällen grippeähnlichen Symptomen erkrankt.(28.04.03) |
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