Potsdam. Normalerweise rechnen die Imker in Brandenburg mit Einbußen
von maximal 15 Prozent nach der Einwinterung ihrer Bienenvölker. In diesem Jahr
erwarten sie Verluste von 42 Prozent, so das brandenburger Agrarministerium. Auch Landwirtschaft betroffenDer Grund ist die Varroamilbe, die 2003 deutschlandweit zu Einbußen bei den Bienenvölkern führen wird. Die Verbreitung der Varroamilbe, ein Ende der 70er-Jahre aus Asien eingeschleppter Parasit, führt nicht nur zu geringeren Honigerträgen, sondern auch zu Einbußen bei der Landwirtschaft und im Gartenbau. Die Folge: Weniger Bienen bestäuben die Blüten in der freien Natur und der Landwirtschaft. Zusätzlich wird die Honiggewinnung reduziert, da Bienenvölker verstärkt zur Bildung neuer Ableger eingesetzt werden müssen und junge Völker anfangs weniger Honig eintragen.In Brandenburg verzeichnen 680 der 1.550 im Landesverband organisierten Imker Verluste. Von ihren 11.170 vor der Einwinterung gezählten Völkern haben 4.660 oder 42 Prozent nicht überlebt. Neben- und Haupterwerbsimker überlegen daher, Bienenvölker aus dem Ausland einzuführen. Fachleute sprechen sich allerdings gegen diese Importe aus, um die Einschleppung neuer Krankheiten und Parasiten zu vermeiden. Ein Großteil der angebotenen Völker kommt aus Neuseeland. Käufer müssen befürchten, mit ihnen den Bienenbeutenkäfer einzuführen. Im März 2003 startete der Deutsche Imkerbund, unterstützt von seinen Landesverbänden, eine Kampagne, um die Einschleppung des Bienenstockkäfers durch ein Einfuhrverbot von Paketbienen zu verhindern. In Brandenburg helfen nicht-betroffene Imker ihren Kollegen mit neu gebildeten Jungvölkern. Ende Mai und Anfang Juni wird daher der Verband im Internet eine Bienenbörse einrichten. So handelt der Verein im Interesse der Varroa-Bekämpfung und verjüngt zugleich seine Bestände. Akarizide - chemische Mittel zur Bekämpfung der Varroamilbe - gelten als problematisch, weil Rückständen im Wachs gebildet werden können. Rückstände im Honig sind allerdings selten. In diesen Fällen muss das Produkt aus dem Verkehr gezogen werden. Seit 2002 amtlich zugelassenes Gegenmittel ist Ameisensäure. Derzeit schon von den Veterinärämtern geduldet wird Milchsäure. Das brandenburgische Agrar- und Umweltministerium steht den Bienenzüchtern in diesem Jahr insgesamt mit 65.000 Euro zur Seite. Hieraus werden unter anderem die Projekte zur Bekämpfung der Varroamilbe unterstützt, die vom Länderinstitut für Bienenkunde in Hohen Neuendorf wissenschaftlich begleitet werden. (16.04.03) |
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