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Dresden. Der Wolf fühlt sich offenbar sehr wohl in Sachsen. "Wir dürfen uns
langfristig auf die Anwesenheit der Wölfe einstellen. Alle Anzeichen deuten
darauf hin, dass sich die Wölfe auch außerhalb des Truppenübungsplatzes
Oberlausitz etablieren und in unserer Kulturlandschaft leben wollen und
können", sagte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath (CDU) am 7. April in Dresden. Umso dringlicher seien Präventionsmaßnahmen, um Übergriffe auf landwirtschaftliche Nutztiere, wie Schafe zu vermeiden. In Sachsen sollen daher erstmalig in Deutschland so genannte Herdenschutzhunde eingeführt werden, um Schafe künftig gegen Wolfsangriffe zu schützen. Die ersten drei Welpen seien bereits bei Schäfern angekommen und lebten unter Schafen. Flath unterstrich jedoch, dass keine weiteren Maßnahmen zum Schutz des Wolfes derzeit geplant seien. "Am besten ist es, die Tiere einfach in Ruhe zu lassen". Dem Kauf von Flächen oder weitere Unterschutzstellungen von Gebieten unter dem alleinigen Deckmantel des Wolfsschutzes erteilte er eine klare Absage. "Das wichtigste, was die Wölfe brauchen, ist Akzeptanz bei der Bevölkerung, den Jägern und Landwirten", so Flath. Er unterstrich die Bedeutung der Ansiedlung, dieser in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert ausgestorbenen Säugetierart. Es sei das herausragendste Artenschutzereignisse der letzten Jahre in Europa. Die sächsischen Wölfe stießen auf großes Interesse in der ganzen Welt. Nach wie vor bilden die Oberlausitzer Wölfe die einzige freilebende Wolfspopulation in Deutschland. Die Tiere sind vermutlich vor vier Jahren aus Polen eingewandert und hatten bereits ein Jahr darauf Nachwuchs bekommen. Auch wenn sich der Aktionsradius der Wölfe mittlerweile ausgeweitet hat, besteht kein Grund zur Panik. Den Ruf vom bösen Wolf verdient er nicht, sagten alle Experten. Aufklärungsmaßnahmen sollen Ängsten vorbeugen. Bei Bürgerversammlungen, Veranstaltungen mit Schäfern, in Jugendcamps und in Schulen will das Umweltministerium die Wölfe und ihre Lebensweise zum Thema machen. Vereinzelte Übergriffe nicht vermeidbarVereinzelte Übergriffe auf landwirtschaftliche Nutztiere seien dennoch nicht ganz vermeidbar, so Flath. Insgesamt 24.000 Euro hat das Ministerium bisher für Herdenschutz und Wolfsmanagement ausgegeben. Inzwischen wurden eine ganze Reihe von Maßnahmen umgesetzt, um die Wölfe von den Schafen fernzuhalten. Dazu gehören wolfssichere Einzäunungen genauso wie Lappenzäune (im Wind wehende Stofffetzen an den Zäunen).Informationen über die sächsischen Wölfe gibt es unter www.umwelt.sachsen.de . (07.04.03) |
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