|
Luxemburg. Das landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft in der EU
ist im Jahr 2002 real um 3,8 Prozent zurückgegangen. Dies geht aus revidierten
Schätzungen hervor, die vom Statistischen Amt der Europäischen
Gemeinschaften in Luxemburg veröffentlicht wurden. In der Eurozone (Belgien,
Deutschland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg,
Niederlande, Österreich, Portugal und Finnland) ist das landwirtschaftliche
Einkommen je Arbeitskraft um 4,0 Prozent gesunken. Der Rückgang des realen landwirtschaftlichen Einkommens je Arbeitskraft in der EU ergab sich einerseits aus einer Verringerung des realen landwirtschaftlichen Einkommens selbst (-6,6 Prozent) und einem anhaltenden Rückgang des landwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes (-2,9 Prozent) andererseits. Deutschland -19,5 ProzentIn zwölf Mitgliedstaaten lag das Einkommen aus landwirtschaftlicher Tätigkeit unter dem Niveau des Jahres 2001. Die deutlichsten Rückgänge verzeichneten Dänemark (-24,4 Prozent), Deutschland (-19,5 Prozent), Irland (-11,7 Prozent), die Niederlande (-10,0 Prozent) und Belgien (-8,0 Prozent). Höher als im Jahr 2001 war das landwirtschaftliche Einkommen pro Arbeitskraft lediglich im Vereinigten Königreich (+6,8 Prozent), Griechenland (+5,4 Prozent) und Finnland (+4,5 Prozent).Veränderung des realen landwirtschaftlichen Einkommens je Arbeitskraft im Jahr 2002 Land Veränderung 2002/2001 in Prozent; Indizes* für 2002 gesamte EU -3,8; 107,8 Eurozone -4,0; 112,0 Schweden -2,4; 120,7 Österreich -3,7; 103,3 Portugal -5,5; 131,8 Großbritannien +6,8; 69,9 Luxemburg -5,9; 86,9 Griechenland +5,4; 114,9 Belgien -8,0; 100,5 Finnland +4,5; 115,6 Niederlande -10,0; 80,9 Spanien -0,6; 117,9 Irland -11,7; 93,6 Frankreich -0,9; 110,8 Deutschland -19,5; 110,7 Italien -2,2; 111,2 Dänemark -24,4; 87,1 * Indizes: 1995 = 100 (1995 = Durchschnitt der Jahre 1994, 1995 und 1996) Die Verringerung des realen landwirtschaftlichen Einkommens je Arbeitskraft in der EU im Jahr 2002 ergab sich aus dem Zusammenwirken mehrerer Faktoren:
Rückgang wegen niedrigerer ErzeugerpreiseDer Rückgang der realen landwirtschaftlichen Gesamtproduktion im Jahr 2002 in der gesamten EU ist hauptsächlich auf die Rückgänge des Produktionswerts von tierischen und pflanzlichen Erzeugnissen (-6,6 Prozent bzw. -2,1 Prozent) zurückzuführen, die wiederum durch geringere Erzeugerpreise (-8,4 Prozent bzw. -2,8 Prozent) verursacht wurden. Das Produktionsvolumen war um 0,7 Prozent höher als im Vorjahr (+0,9 Prozent für die tierische und +0,6 Prozent für die pflanzliche Erzeugung).Die Verringerung des Produktionswerts der tierischen Erzeugung in der EU im Jahr 2002 (-6,6 Prozent) wurde in erster Linie durch starke, preisbedingte Rückgänge der Produktionswerte bei Schweinen (-19,7 Prozent), Milch (-7,1 Prozent) und Geflügel (-10,6 Prozent) verursacht. Diese Rückgange wurden durch die Erholung der nach den Krisen im Zusammenhang mit BSE und MKS im Jahr 2001 stark beeinträchtigten Produktionswerte für Rinder (+6,8 Prozent) sowie Schafe und Ziegen (+7,3 Prozent) nicht ausgeglichen. Die Zunahme des Produktionsvolumens bei Schweinen im Jahr 2002 in der Europäischen Union (+1,0 Prozent) wurde von einem starken Verfall der Erzeugerpreise (-20,5 Prozent) begleitet. Dieser Rückgang, der auf deutliche Anstiege in den Jahren 2000 und 2001 folgte, war der wichtigste Faktor für die jüngste Entwicklung des landwirtschaftlichen Einkommens in der EU. Der zweitwichtigste Faktor war der Rückgang der Milchpreise um 7,1 Prozent bei einem geringfügig höheren Produktionsvolumen (+0,3 Prozent) (Milch ist der Posten mit dem höchsten Anteil an der Agrarproduktion in der EU). Weniger Geld für KartoffelnDer Rückgang des Wertes der pflanzlichen Erzeugung in der EU15 im Jahr 2002 (-2,1 Prozent) war im Wesentlichen die Folge geringerer Produktionswerte bei Kartoffeln (-16,0 Prozent), Wein (-6,7 Prozent), Obst (-4,1 Prozent) und Getreide (-1,7 Prozent). Die Auswirkungen dieser Veränderungen auf die Entwicklung des landwirtschaftlichen Einkommens waren jedoch sehr viel geringer als die Auswirkungen der im vorangegangenen Abschnitt beschriebenen Veränderungen.Nach Milch ist Getreide das zweitwichtigste landwirtschaftliche Erzeugnis der EU. Bei Volumen und bei den Preisen waren erhebliche Schwankungen zu verzeichnen (+6,9 Prozent bzw. -8,5 Prozent), die einander allerdings weitgehend ausglichen. Durch die Steigerung des Volumens erreichte die Getreideproduktion 2002 fast das Rekordniveau des Jahres 2000. Das Produktionsvolumen bei Kartoffeln lag in der EU um 1,6 Prozent über dem des Vorjahres, während die Preise um 17,4 Prozent sanken. Bei Wein sank das Produktionsvolumen um 6,6 Prozent, während die Erzeugerpreise nahezu stabil blieben (-0,1 Prozent). In EU-Beitrittsländern gleiche TendenzBeitretende Länder: Veränderungen des realen landwirtschaftlichen Einkommens pro Arbeitskraft 2002 reichen von -26 Prozent in Polen bis +11 Prozent in Slowenien und Lettland.Von den beitretenden Ländern (ohne Zypern) verzeichneten im Jahr 2002 Slowenien (+10,7 Prozent), Lettland (+10,6 Prozent), Malta (+3,3 Prozent) und die Slowakische Republik (+2,7 Prozent) ein höheres reales landwirtschaftliches Einkommen je Arbeitskraft als 2001. Die stärksten Rückgänge wurden in Polen (-25,6 Prozent) und in Ungarn (-20,9 Prozent) verbucht. In der Tschechischen Republik sanken die Einkommen um 10,1 Prozent, in Litauen um 5,5 Prozent und in Estland um 4,9 Prozent. Der Rückgang des realen landwirtschaftlichen Einkommens je Arbeitskraft in den Beitretenden Ländern um durchschnittlich 18,7 Prozent im Jahr 2002 war hauptsächlich auf die Entwicklung in Polen zurückzuführen, wo sich über die Hälfte der landwirtschaftlichen Gesamtproduktion dieser Länder konzentriert. (03.04.03) |
| [Aktuell] | [Programm] | [Vorstand] | [Mitmachen] | [Links] | [Startseite] |