Getreide

Bauern sollen zahlen

Hamburg. Wenn in diesem Jahr möglicherweise die Entscheidung der EU für gentechnisch veränderte Pflanzen fällt, dann will Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) die Hersteller und Anwender von gentechnisch verändertem Saatgut für Verunreinigungen konventioneller Felder zahlen lassen. "Wir gehen vom Verursacherprinzip aus", so Künast gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Verursacher seien in diesem Fall auch die Bauern, die gentechnisch verändertes Saatgut verwenden.

Durch "Abstandsregelungen, Schutzpflanzungen und Schutzzonen" zwischen den Feldern sowie "Regeln der guten fachlichen Praxis" müssten die Bauern zudem Vorsorge treffen, um eine Kontamination andere Felder zu verhindern. Verbraucher, die sich für gentechnikfreie Lebensmittel entscheiden, sollten "auf keinen Fall mehr zahlen müssen", sagte Künast.

Damit widerspricht sie EU-Agrarkommissar Franz Fischler. Er fordert, dass nach dem noch in diesem Jahr erwarteten Fall des faktischen Moratoriums der EU gegen gentechnisch veränderte Pflanzen die Produzenten der Lebensmittel ihre Produkte selbst gentechnik-frei halten müssen.

(22.03.03)

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