Getreide

Ein Drittel der Obstbauern gibt auf

Berlin. Die Zahl der Obstbaubetriebe ist in Deutschland in den letzten fünf Jahren um mehr als ein Drittel (- 36 Prozent) zurückgegangen, teilte das Bundesverbraucherministerium mit. Im Vergleich zur letzten Baumobsterhebung 1997 verringerten sich die Baumobstflächen um 12,6 Prozent, während die Zahl der Bäume um 9,4 Prozent zunahm.

Die Daten der kürzlich vorgelegten Baumobsterhebung 2002 des Statistischen Bundesamt lassen einen deutlichen Trend zur intensiveren Flächennutzung und zu immer weniger alten Baumbeständen erkennen. Im Sortenspektrum ist ein deutlicher Wechsel erkennbar. Da die untere Erfassungsgrenze von 15 Ar auf 30 Ar Baumobstfläche angehoben wurde, ist ein Vergleich der Ergebnisse mit 1997 insgesamt erschwert, aber für Betriebe über 0,5 ha Fläche uneingeschränkt möglich.

Der Strukturwandel in den Obstbaubetrieben hat sich seit der vorhergehenden Baumosterhebung 1997 weiter verstärkt und betrifft nicht nur kleine Betriebe sondern alle Betriebsgrößenklassen. Bewirtschafteten 1997 noch 21.611 Betriebe insgesamt 55.018 Hektar Baumobstfläche waren es im Jahr 2002 nur noch 13.671 Betriebe mit einer Fläche von 48.093 Hektar.

Intensivere Flächennutzung

Trotz des Rückgangs der Baumobstfläche ist die Zahl der Bäume zur Erzeugung von verkaufsfähigem Obst in den letzten fünf Jahren um 6,4 Millionen auf rund 74 Millionen gestiegen. Der Trend zu einer intensiveren Nutzung der Flächen durch dichtere Bepflanzung, der seit Ende der 80er-Jahre festzustellen ist, setzt sich damit fort. Durch den Einsatz von schwachwuchsinduzierenden Unterlagen wurden Pflanzdichten von 2000 bis 3500 Bäumen pro Hektar möglich. Ältere aus der Produktion ausscheidende Bestände werden durch dichter bepflanzte Anlagen mit höherem Ertragspotential ersetzt.

Beim Altersaufbau der Baumbestände setzte sich der schon in den vorangegangenen Erhebungen beobachtete Flächenrückgang bei sehr alten Beständen über 25 Jahre fort (-23 Prozent gegenüber 1997).

Apfel ist führend

Bedeutendste Obstart ist der Apfel: Mehr als drei Viertel der Obstbaubetriebe bauen Äpfel an. Rund 87 Prozent der Obstbäume und 65 Prozent der Baumobstflächen sind Apfelbäume. Veränderte Verbraucherwünsche und die damit einhergehenden Nachfrage- und Preisrückgänge - vor allem bei den Sorten Cox Orange, Boskop und Jonagold - haben zu einer deutlichen Verschiebung im Sortenspektrum geführt. Während 1997 noch die Sorte Jonagold mit 16,9 Prozent (2002: 16,6 Prozent) den höchsten Flächenanteil hatte, lag 2002 erstmals die Sorte Elstar mit 19,3 Prozent (1997: 15,6 Prozent) vorn.

Die Flächenanteile der Länder an der Gesamtbaumobstfläche blieb in etwa gleich. Regionale Schwerpunkte des Marktobstanbaus sind Baden-Württemberg mit 32 Prozent der Baumobstfläche, gefolgt von Niedersachsen mit 16 und Rheinland-Pfalz mit 9 Prozent. Relativ große Bedeutung hat der Obstanbau auch in Sachsen und Bayern mit jeweils 7 Prozent der Gesamtbaumobstfläche sowie mit 6 Prozent in Brandenburg und in Nordrhein-Westfalen mit 5 Prozent.

(16.03.03)

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