Getreide

Sachsen ist Flachsland

Dresden. Von einer Zusammenarbeit mit tschechischen Betrieben erhoffen sich Sachsens Flachsbauern Besserung. Das erklärte der Geschäftsführer der einzigen sächsischen Flachs-Aufbereitungsanlage im erzgebirgischen Voigtsdorf, Manfred Sarodnik, berichtet "Freie Presse online". Obwohl der Freistaat mit 150 Hektar der größte Flachs-Anbauer Deutschlands sei, lasse der Verkauf zu wünschen übrig

. «Wir hatten uns vor Jahren auf Kurz-Fasern» spezialisiert«, so Sarodnik. Die 20 bis 30 Millimeter langen Fasern hätten den Vorteil, dass sie mit Baumwolle mischbar seien und dadurch die auffälligste Eigenschaft von Leinen verlieren: das Knittern. Doch der Weltmarkt habe sich anders entschieden, sagte Sarodnik. Vor allem die Benelux-Staaten hätten das Monopol auf die Hanf-Verarbeitung, und dort habe die Langfaser den Durchbruch geschafft. Ein Umbau der Anlagen sei in Voigtsdorf technisch nicht machbar. Wenige Kilometer entfernt, hinter der tschechischen Grenze, stünden jedoch die benötigten Langfaser-Anlagen und -Spinnereien, berichtete Sarodnik. Doch leider die EU-Grenze verhindere derzeit eine Zusammenarbeit.

So wie Sarodnik sieht auch Christian Röhricht von der sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Leipzig die Zukunft der heimischen Flachs- und Hanf-Branche in der Kooperation. Es sei notwendig, komplette Verarbeitungs- und Vermarktungsketten aufzubauen. Trotz der momentanen Schwierigkeiten sieht Röhricht eine Zukunfts-Chance für die Naturfasern. Deren Eigenschaften wie Reißfestigkeit, geringes Gewicht und sehr gute Energie-Bilanz bei der Verarbeitung würden überzeugen. Die Automobil-Industrie habe dies bereits erkannt. »Ihre Nachfrage nach Natur-Fasern ist enorm«, sagt Röhricht laut "Freie Presse online". Nach Angaben des sächsischen Landwirtschaftsministeriums kletterte die Menge der in der gesamten Branche verarbeiteten Flachs-Fasern von 2000 Tonnen im Jahr 1996 auf 12.700 Tonnen im Jahr 2000. Das Problem liegt Experten zufolge im Preis. Deutsche Landwirte seien mit den Weltmarktpreisen nicht wettbewerbsfähig.

(26.02.03)

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