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Sterdebüll. Der Parlamentarische Staatsekretär im Bundesverbraucherministerium, Gerald Thalheim (SPD), hat die deutschen Landwirte ermutigt, die mit der EU-Erweiterung verbundenen Chancen konsequent zu nutzen. "Die Erweiterung bietet sowohl für die EU als auch für die Beitrittsländer mehr Chancen als Risiken", so Thalheim anlässlich einer agrarpolitischen Veranstaltung in Sterdebüll (Schleswig Holstein). Mit dem Beitritt der neuen EU-Mitgliedstaaten am 1. Mai 2004 erhalte die Land- und Ernährungswirtschaft freien Zugang zu hochinteressanten Absatzmärkten mit rund 100 Millionen Verbrauchern. Dies gelte es zu nutzen. Es sei damit zu rechnen, dass das mit dem Beitritt verbundene Wirtschaftswachstum zu steigenden Einkommen in den Beitrittsländern und damit zu höheren Ausgaben für Nahrungsmittel führe. Profitieren könnten hiervon vor allem die Anbieter höherwertiger Produkte, die bei der Einfuhr in die Beitrittsländer heute mit Einfuhrzöllen belastet würden. Gerade für die Anbieter hochwertiger Veredelungsprodukte, wie Fleischwaren und Molkereiprodukte, seien die Beitrittsländer hochinteressante Absatzmärkte, so der Staatssekretär. Bereits heute exportiere die EU mehr Agrar- und Ernährungsgüter in diese Beitrittsländer als sie von dort erhalte. Unter den EU-Ländern EU sei Deutschland der wichtigste Handelspartner der mittel- und osteuropäischen Beitrittsländer. Umgekehrt sei Deutschland auch einer der Hauptabsatzmärkte für Agrarprodukte aus diesen Ländern, wie beispielsweise für polnischen Apfelsaft, gefrorene oder verarbeitete Beerenfrüchte in Form von Tiefkühlware und ungarische Salamispezialitäten. Sorgen der deutschen Landwirte, die EU-Erweiterung könne zu größeren Störungen auf den EU-Agrarmärkten führen, bezeichnete Thalheim als unbegründet. Die Experten seien sich einig, dass die Erweiterung für die deutschen Bauern keine gravierenden Auswirkungen haben werde. Bodenqualitäten und klimatische Bedingungen seien in den Beitrittsländern zum Teil deutlich ungünstiger als in Deutschland und der EU. Die früher teilweise erheblichen Preisunterschiede würden immer geringer. Bei Produkten wie Zucker, Milch und Rindfleisch, wo es noch die größten Unterschiede gebe, wären diese oft qualitätsbedingt. Nach einer Studie der Europäischen Kommission seien die langfristigen Stärken der Beitrittsländer im Bereich der pflanzlichen, bei der EU-Landwirtschaft dagegen im Bereich der tierischen Produktion zu erwarten. (13.02.03) |
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