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von Albrecht Löblein, Vorsitzender des Deutschen Bundesverbandes der Landwirte im Nebenberuf Beierfeld. Viele Hofnachfolger von Nebenerwerbslandwirten und nicht weiter existenzfähigen Haupterwerbsbetrieben erlernen heute einen außerlandwirtschaftlichen Beruf. Gleichwohl ist ihr Ziel, später den landwirtschaftlichen Betrieb im Nebenerwerb weiter zu bewirtschaften. In den neuen Ländern sind viele Wiedereinrichter Nebenerwerbslandwirte geworden, die keine landwirtschaftliche Ausbildung haben. Außerdem wird den Nebenerwerbslandwirten ohne landwirtschaftliche Ausbildung des Öfteren unterstellt, dass sie bezüglich der "guten fachlichen Praxis" in der Bewirtschaftung ihrer Betriebe, be- sonders im Hinblick auf Umwelt- und Naturschutzauflagen, sowie im Hinblick auf eine wirtschaftliche Betriebsführung den zukünftigen Anforderungen an die Landwirtschaft nicht gewachsen sind. Für diesen Personenkreis ist es nicht praktikabel, die landwirtschaftliche Normalausbildung zu absolvieren. Für den einzelnen Betroffenen würde dies bedeuten, dass er seine sichere außerlandwirt- schaftliche Tätigkeit für mindestens 2 Jahre unterbrechen müsste. Der oft vorgeschlagene Weg zuerst eine landwirtschaftlichen Lehre und anschließend eine außerlandwirtschaftlichen Ausbildung zu absolvieren ist für die Praxis ebenso ungeeignet. Es ist jedoch sehr wichtig, dass eben dieser Personenkreis eine angemessene landwirtschaftliche Ausbildung erhält. Ihm müssen die Fähigkeiten vermittelt werden, seinen Nebenerwerbsbetrieb nach den Kriterien Wirtschaftlichkeit, Umwelt und Naturschutz sinnvoll zu bewirtschaften. Außerdem ist der sensibler werdenden Bevölkerung gegenüber immer schwieriger zu vermitteln, dass es Landwirte gibt, die ohne Ausbildung und nachweislicher landwirtschaftlicher Grundkenntnisse Düngemittel und Pflanzenschutz einsetzen. Das Beispiel Baden-WürttembergDaraus leitet sich die Forderung ab, dass bundesweit flächendeckend eine spezielle Ausbildung für Nebenerwerbslandwirte angeboten wird, wie es im nachfolgend beschriebenen Beispiel seit 1987/88 in Baden-Württemberg, und in zwischen auch in ähnlicher Form in anderen Bundesländern, erfolgt. Konzipiert wurde der Ausbildungsgang vom Kultusministerium Baden-Württemberg zusammen mit dem Landesverband der Landwirte im Nebenberuf Baden-Württemberg eV.Die Ausbildung findet in den Haus- und Landwirtschaftlichen Berufsschulen oder Ämter für Landwirtschaft über die Dauer von zwei Winterhalbjahren und dem dazwischen liegenden Sommerhalbjahr statt. Der Unterricht wird in Form von Block-, Abend- und Wochenendunterricht erteilt. Die Gesamtunterrichtsdauer beträgt ca. 400 Stunden. Der Personenkreis nebenberuflicher Landwirte hat bereits eine außerlandwirtschaftliche Ausbildung durchlaufen. Auf eine Unterrichtung von berufsfeldübergreifenden allgemein bildenden Fächern wird deshalb verzichtet. Der Inhalt der berufsbezogenen landwirtschaftlichen Fächer entspricht weitgehend dem der regulären Ausbildung zum Landwirt. Bei erfolgreichem Abschluss dieses Ausbildungsganges erhält der Teilnehmer ein Zeugnis. Der Teilnehmerkreis, der die Abschlussprüfung zum Beruf Landwirt anstrebt, kann dies über § 40/2 des Berufsbildungsgesetzes tun. Voraussetzung ist hierfür in Baden-Württemberg der erfolgreiche Abschluss des Ausbildungsganges für nebenberufliche Landwirte, ein außerlandwirtschaftlicher Beruf und mehrere Jahre Praxis als Nebenerwerbslandwirt. Berufsbildungsgesetz ändernDer Deutsche Bundesverband der Landwirte im Nebenberuf e.V. setzt sich daher für eine bundesweit einheitliche Regelung für den Quereinstieg in die landwirtschaftliche Berufsausbildung durch Änderung des Berufsbildungsgesetzes ein. Damit soll erreicht werden, dass aus der bisherigen "Ausnahmeregelung" des § 40, Abs. 2, ein eigenständiges Ausbildungsangebot für nebenberufliche Landwirte wird.Eine andere Möglichkeit findet sich in Österreich. Dort wird eine kombinierte Ausbildung angeboten. Insbesondere der VLN Bayern setzt sich für dieses Modell ein. Nach einer vierjährigen Ausbildung können Auszubildende in Österreich zwei Facharbeiterabschlüsse, einen landwirtschaftlichen und einen außerlandwirtschaftlichen, erwerben. Da in der Regel auch die nicht-landwirtschaftlichen Berufe mit Aufgaben im ländlichen zu tun haben, spricht man in Österreich bei diesem Modell auch von "Bildungskonzepten für den ländlichen Raum". Gerade die Österreichische Jugend im ländlichen Raum nimmt dieses Angebot dankend an. Auch hier ergibt sich ein interessanter Ansatzpunkt um den ländlichen Raum zu stärken. (13.02.03) |
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